• Lenkey, Géza

      In der Weinregion Tokaj zählte Géza Lenkey Senior noch zu den Anfängern, als er 1999 - um seine Winzerträume zu erfüllen - 10ha Weinland in Tokaj-Hegyalja erwarb. Die Weinfelder dieses auf große Weine ausgerichteten Weingutes befinden sich in den Weindörfern Mád und Bodrogkeresztúr. Die Feldstücke befinden sich in den Gefilden Holdvölgy ("Mondtal"), Bomboly und Úrágya-Köves in Südwestlage, wo der Boden Rhyolith-Trass enthält, sowie in Kishegy ("Kleinberg") und Hegyfarok, in einer Südlage, wo der tonige Boden reich mit Gesteingeröll durchsetzt ist und wo die ausgezeichneten Lageeigenschaften der Nähe des Bordrog-Flusses zu verdanken sind. Weitere Felder befinden sich in der Gefilde Vilmány (in Südostlage) und Becsek-Korposd, wo der Boden weißen Trass und Zeolith enthält.

      Géza Lenkey In diesem Familienweingut werden drei Rebsorten angebaut, die Rebenbestände sind 15 bis 40 Jahre alt. 52% des Bestands sind Furmint, 45% sind Lindenblättriger und 3% sind Gelber Muskateller. Für die Herstellung ihrer Qualitätsweine verwenden die Lenkeys seit 2002 den kurzen Zapfenschnitt. Im Frühjahr werden die Triebe selektiert, im Sommer die Trauben. Die Ernte des Ausbruchs - wenn das Wetter im Jahr gnädig zu den Weinstöcken war - erfolgt zwischen September und November, gleichzeitig mit der Selektierung der Sorten, der Gefilde und der Sortierung nach Qualität.

      Herr Géza Lenkey Junior verdankt seine Bekanntschaft mit dem Wein seinem Großvater, der aus der südwestlichen őrség-Region Ungarns stammt. Mit ihm hat er als Jüngling den liebevoll als "roten Wein" genannten Othello verkostet, der aus der heimischen Weintraube gekeltert wurde. Diese tiefwirkende Erinnerung paarte sich schließlich mit der Winzerambition des Vaters. Der Vater pflegte erst Most aus der Tokajer Region zu holen, fing dann aber mit der Weinherstellung im Keller des Familienhauses in Kispest an. Der Durchbruch folgte dann mit dem Kauf von 10ha Weinbauland in der Tokajer Region - bis heute läuft die Weinherstellung auf dieser Grundlage. Herr Géza Lenkey Senior hatte in den Anfangsjahren viele tiefe Freundschaften mit den Eingesessenen geschlossen, doch konnte er es leider nicht mehr erleben, wie seine geliebten Weine erwachsen wurden.

      Lenkey Weine Sein ältester Sohn Géza hat 2002 das familiäre Weingut samt dem Kellereibetrieb übernommen. Ihm stand anfangs der berühmte Tokajer Weinexperte István Szepsy zur Seite. Im Zuge der Zusammenarbeit hatte Herr Szepsy den Jungwinzer mit den Tücken der Trockenweinherstellung vertraut gemacht. Die Besonderheit der Lenkey-Weine ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen, die sich u.a. daraus ergeben, dass die Lenkeys eine kleine Kellerei sind und daher viel experimentieren können (Selektion der Lagen und Gefilde, Verschnitt-Herstellung und Kombinierung dieser beiden). So eröffnen sich viele Möglichkeiten, zahlreiche aufregende Ideen zu verwirklichen. Im Weingut Lenkey wird die Ernte möglichst bis zuletzt hinausgezögert, damit die Weine zusätzliche Merkmale der Eigenart bekommen. Die Basis sind harte Arbeit über mehr als ein Jahrzehnt, der Erfahrungsaustausch mit anderen Winzern und die eigenen Eingebungen von Herrn Géza Lenkey. Kein Wunder also, dass seine Weine in der Qualität und Einmaligkeit von Jahr zu Jahr wachsen!

      Kellerwirtschaft von Géza Lenkey Im Weinsortiment findet man zahlreiche Verschnitte aus Furmint und Lindenblättriger, wobei jeder Tropfen ein Träger von inhaltsreichen Gedanken ist, wie der nach Honig riechende "Das Leben ist schön". Der Kishegy trägt dank seiner reinen, charakteristischen Säuren beispielweise die Merkmale der Ehrlichkeit. Der "stählerne" Korposd wird nur aus Furmintweinen verschnitten. Der Dűlőházasság hat einen etwas öligen Charakter und viel Körper, weshalb er zu Recht von seinem Schöpfer für einen trügerischen Wein gehalten wird. Weitere Weine sind der orange-gelbe Holdvölgy, der Úrágya-Köves (der "Wein für Zankende") sowie der eigentliche Flaggschiff-Wein des Weinguts, der Második. Darüber hinaus brachte die Familie Lenkey eine Rarität unter dem Namen "Fordítás" auf den Markt - eine regionale Weinspezialität, an die sich in ganz Tokaj-Hegyalja nur sehr wenige erfahrene Winzer heranwagen. Dabei ist die Kunst der Fordítás-Herstellung seit dem Ende des 19. Jahrhunderts bekannt: Auf den nach der Aszú-Herstellung übriggebliebene Treber gießt man Most und lässt dies ziehen. Nach dem Auspressen reift der so angereicherte Most noch ein Jahr in Eichenfässern.

      Herr Géza Lenkey hat mit diesem individualistischen und geschmacksreichen Sekundär-Ausbruch wie auch mit den obligatorischen "Tokajer-Aszú"-Varianten unter den einheimischen Weinfreunden und auch international große Anerkennung erworben, so beispielsweise am Internationalen Weinwettbewerb VinAgora. Herr Lenkeys Experimentierfreudigkeit und seine Hingabe zur Weinkultur und zur Herstellung von Weinen höchster Qualität lassen auf eine schöne persönliche Karriere und eine wachsende Beliebtheit seiner Person und seiner Weine hoffen.

      Anerkennungen

      1. 2011    Tokaji Aszú 6-büttig 2003, Spitzenwein der Weinschau "Pannon Bormustra"
      2. 2008    Tokaji Aszú 5-büttig 2002, Goldmedaille, VinAgora
      3. 2008    Tokaji Aszú 6-büttig 2003, Silbermedaille, VinAgora
      4. 2008    Tokaji Fordítás 6-büttig 2003, Silbermedaille, VinAgora
      5. 2007    Tokaji Furmint 2004, Spitzenwein der Weinschau "Pannon Bormustra"
      6. 2007    Lindenblättriger 2004, Spitzenwein der Weinschau "Pannon Bormustra"

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